Neben klassischen View Entities gibt es im ABAP CDS auch sogenannte Projection Views. Sie werden nicht für die reine Datenmodellierung eingesetzt, sondern sind Teil der Modellierungsschicht im RAP (RESTful ABAP Programming Model). Ihr Zweck ist es, Daten für den Konsum bereitzustellen, ohne dabei die eigentliche Datenquelle direkt preiszugeben.
Die erste ist define projection view. Sie bildet die Grundlage, wenn man ein Business Object im RAP nach außen bereitstellen möchte. Während die View Entity die eigentliche Datenquelle beschreibt, reduziert die Projection View diese Daten auf genau das, was im Service sichtbar sein soll. Dadurch trennt man das interne Datenmodell von der externen Schnittstelle. Typischerweise werden in einer Projection View auch UI-relevante Annotationen wie Feldbeschriftungen oder OData-Exporte gepflegt.
Die zweite Variante ist define analytical projection view. Sie ist eine Spezialisierung für analytische Szenarien. Hier werden die Daten nicht nur projiziert, sondern auch mit analytischen Annotationen versehen, sodass sie in analytischen Tools (z. B. SAP Fiori Analytical Apps oder SAC) direkt konsumierbar sind. Diese Art von Projection View ist somit ein Bindeglied zwischen CDS-Datenmodellen und analytischen Frontend-Anwendungen.
ABAP Core Data Services (CDS) sind eine moderne Möglichkeit in SAP ABAP, Datenbankabfragen und Datenmodelle zu definieren.
Sie sind ein semantisches Schichtmodell auf der Datenbank, mit dem man Daten deklarativ beschreibt, statt rein prozedural in ABAP zu programmieren.