Um den Aufbau von CDS-Datenmodellen konsistent und verständlich zu gestalten, hat SAP klare Namenskonventionen eingeführt. Besonders verbreitet sind die Präfixe C, I und A, die jeweils auf die Rolle des Views in der Schichtenarchitektur hinweisen. Sie machen sofort sichtbar, ob es sich um einen Basic Interface View, einen Composite Interface View oder eine Consumption View handelt.
Das Präfix I steht für „Interface“. Diese Views sind die technische Basis und bilden die Schicht der Basic oder Composite Interface Views. Sie abstrahieren Datenbanktabellen, enthalten Schlüssel, Attribute und Relationen. Ein I_-View ist nicht für die direkte Konsumierung durch Endanwender gedacht, sondern dient als stabile Schnittstelle für andere Views. Beispiele: I_Material, I_SalesOrder.
Das Präfix C steht für „Consumption“. Diese Views sind die oberste Schicht, die direkt von Anwendungen, Fiori-Apps oder OData-Services genutzt wird. In C_-Views werden Annotationen für UI, Suche, Filter und Analysen gesetzt. Sie konsumieren in der Regel I_-Views und stellen die Daten in der Form bereit, wie sie für den Endnutzer benötigt werden. Beispiele: C_MaterialList, C_SalesOrderItem.
Das Präfix A steht für „Analytical“. Diese Views sind speziell für Reporting und analytische Szenarien konzipiert. Sie enthalten Summen, Aggregationen, Measures und Dimensionen, oft ergänzt durch analytische Annotationen. Ein A_-View baut in der Regel ebenfalls auf Interface Views auf und dient als Grundlage für analytische Queries in SAP Fiori oder SAP Analytics Cloud. Beispiele: A_SalesVolume, A_CustomerProfitability.
Die Präfixe I, C und A sind nicht zufällig gewählt, sondern geben sofort Auskunft über die Rolle eines CDS Views im Gesamtdatenmodell. I kennzeichnet die technische Schnittstelle, C die konsumierende Anwendungsschicht und A die analytische Auswertung. Durch diese Namenskonvention bleibt die Architektur transparent, leicht erweiterbar und konsistent – ein Prinzip, das sich in großen SAP-Systemen bewährt hat.
ABAP Core Data Services (CDS) sind eine moderne Möglichkeit in SAP ABAP, Datenbankabfragen und Datenmodelle zu definieren.
Sie sind ein semantisches Schichtmodell auf der Datenbank, mit dem man Daten deklarativ beschreibt, statt rein prozedural in ABAP zu programmieren.