In der ABAP-Welt gab es mit dem Business Object Processing Framework (BOPF) lange Zeit ein etabliertes Werkzeug, um Geschäftsobjekte zu modellieren und zu verwalten. Mit dem Aufkommen von SAP S/4HANA und der Cloud hat SAP jedoch das ABAP RESTful Application Programming Model (RAP) eingeführt – den strategischen Nachfolger von BOPF. Doch wo genau liegen die Unterschiede?
Das BOPF war in der Business Suite und frühen S/4HANA-Versionen das zentrale Framework für Business Objects.
Es bot eine klare Struktur mit Nodes, Actions, Determinations, Validations und Associations.
Die Modellierung erfolgte über ein eigenes Tool (Transaktion BOBX). BOPF brachte eine eigene Laufzeitumgebung mit und wurde häufig für Fiori-Apps auf Basis von OData V2 genutzt.
Sein Nachteil: Für Cloud-Szenarien war es zu komplex und schwerfällig.
Das RAP geht einen neuen Weg: Es ist tief in den ABAP-Stack integriert und setzt auf CDS Views, Behavior Definitions und Behavior Implementations.
Statt eines separaten Frameworks bildet RAP Geschäftsobjekte direkt im ABAP-Layer ab und ist von Grund auf für OData V4 und Cloud-Readiness entwickelt.
Es unterstützt sowohl managed Szenarien (Framework übernimmt CRUD und Lifecycle) als auch unmanaged Szenarien (bestehende Tabellen oder Logik können weiterverwendet werden).
BOPF: älteres Framework, eigenes Tool (BOBX), starker Einsatz in On-Premise, hauptsächlich OData V2. RAP: modernes Modell, integriert in ABAP, cloud-ready, OData V4, strategische Zukunft von SAP.
Während BOPF in bestehenden On-Premise-Systemen noch weit verbreitet ist, liegt die Zukunft klar bei RAP. Es ist der zentrale Ansatz für die Entwicklung neuer Business Objects in S/4HANA und der BTP ABAP Environment – mit Fokus auf Clean Core, Cloud-Architektur und OData V4.
ABAP Core Data Services (CDS) sind eine moderne Möglichkeit in SAP ABAP, Datenbankabfragen und Datenmodelle zu definieren.
Sie sind ein semantisches Schichtmodell auf der Datenbank, mit dem man Daten deklarativ beschreibt, statt rein prozedural in ABAP zu programmieren.