ABAP CDS Views: Basic, Composite und Consumption

Das Core Data Services (CDS) Framework in ABAP basiert auf einer klaren Schichtentrennung. Ziel ist es, komplexe Datenmodelle strukturiert, wiederverwendbar und erweiterbar aufzubauen. Dabei unterscheidet man drei Arten von Views: Basic Interface View, Composite Interface View und Consumption View. Jede Schicht erfüllt dabei eine eigene Rolle im Datenfluss.


Basic Interface View

Die Basic Interface View stellt die unterste Schicht dar. Sie bildet eine direkte Abstraktion über eine einzelne Datenbanktabelle oder über wenige, technisch eng verbundene Tabellen. Ihr Hauptziel ist es, die reinen Datenbankfelder in eine konsistente, semantisch korrekte Struktur zu bringen. Typischerweise enthalten Basic Views die wichtigsten Key-Felder und fachlich relevante Attribute, verzichten jedoch auf komplexe Berechnungen oder Business-Logik. Damit bilden sie die Grundlage für alle weiteren CDS-Definitionen.

Composite Interface View

Die Composite Interface View baut auf den Basic Views auf. Hier werden Informationen aus verschiedenen Basic Views zusammengeführt, angereichert oder in Bezug gesetzt. In dieser Schicht entstehen die fachlich aussagekräftigen Sichten, die mehrere Domänenaspekte kombinieren. Beispiele sind die Verknüpfung von Kopf- und Positionsdaten oder die Anreicherung von Stammdaten mit Bewegungsdaten. Composite Views enthalten oft Joins, Assoziationen und erste fachliche Berechnungen. Ihr Ziel ist es, ein wiederverwendbares, domänenspezifisches Datenmodell zu schaffen.

Consumption View

Die oberste Schicht bildet die Consumption View. Sie ist der eigentliche Einstiegspunkt für Anwendungen, OData-Services oder analytische Szenarien. Hier kommen die End-User-Anforderungen ins Spiel: Filtermöglichkeiten, Suchdefinitionen, Feldlabels, Annotationen für UI und Analytics. Die Consumption View „konsumiert“ die Composite Views und sorgt dafür, dass Daten für die Präsentationsebene optimal aufbereitet sind. Damit ist sie der Ort, an dem technisches Datenmodell und Benutzerinteraktion zusammenkommen.

Fazit

Die klare Trennung zwischen Basic, Composite und Consumption Views bringt Struktur in komplexe Datenmodelle. Basic Views stellen die Datenbasis bereit, Composite Views formen daraus wiederverwendbare fachliche Modelle und Consumption Views machen die Ergebnisse für Endanwender und Anwendungen nutzbar. Durch diese Schichtung bleibt das Modell übersichtlich, modular und flexibel erweiterbar – ein zentraler Erfolgsfaktor für nachhaltige ABAP-Entwicklung mit CDS.